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18.05.2015 22:15 Uhr Alter: 3 Jahre
Kategorie: Allgemein

Berühren lassen und was tun - Aktion gegen Mädchenbeschneidung

Im Unterricht nicht nur reden, sondern Themen an sich ran lassen und etwas tun gegen ...! Ainoa, Anna, Laura, Khaya und Emily aus der 7. Klasse schreiben in Ihrem Brief über Motive, Verlauf und Erfolg ihrer Aktion - ein großes Kompliment an die fünf, ein Dankeschön dazu und einen herzlichen Dank auch an Frau Beise.

Biberkor, den 15. Mai 2015

Sehr geehrte Damen und Herren des Nala e.V.,

vor Kurzem haben wir, Schülerinnen der siebten Klasse der Montessorischule Biberkor in Berg-Höhenrain südlich von München, eine Spende an Ihre Organisation überwiesen und in diesem Brief wollen wir Ihnen erzählen, wer wir sind, und vor allem, was wir gemacht haben.

Im Ethik- Unterricht beschäftigten wir uns mit dem Thema Islam. Nachdem wir das Thema „Die Frau im Islam“ gewählt und uns ein wenig näher damit beschäftigt hatten, stießen wir auf das Thema „Mädchenbeschneidung“ oder auch Genitalverstümmelung. Nach näheren Recherchen fiel uns auf, was für eine grausame Tradition dies ist. Wir waren schockiert. Spontan beschlossen wir, eine Spendenaktion zu starten, und begannen zu planen. Der ideale Ort war rasch gefunden: die Uferpromenade in Starnberg. Das Ordnungsamt stimmte mit den Worten zu, dass sie eine kleine Ausnahme machen könnten.

Nun versuchten wir etwas zu finden, womit wir erstens das Interesse der Passanten wecken und zweitens Geldspenden sammeln konnten. Wir entschieden uns dafür, mit Süßem zu locken. An einem Samstag im Februar trafen wir uns, buken Kuchen, Muffins, Cookies und Tapas-Schnecken. Flyer und Plakate, die wir selbst gestaltet hatten, und Spendenboxen waren vorbereitet. Doch wir hatten ein wenig Sorge, dass keine Leute kommen würden. Zum Glück lagen wir falsch. Schon als wir unseren Stand direkt am See aufbauten, wurden einige Spaziergänger auf uns aufmerksam. Viele wurden durch das Plakat angezogen, andere durch den Kuchen. Rasch kamen wir ins Gespräch. Unsere Überlegung war es, dass die Leute so viel spenden sollten, wie ihnen unsere Aktion wert war, also selber entscheiden konnten, wie viel sie für ein Stück Kuchen zahlten. Dieses Prinzip funktionierte gut und unsere Spendentöpfe füllten sich.

Auch beim Osterbrunch in unserer Schule ein paar Wochen später, bei dem wir Schüler die Arbeiten unserer Islam-Projekte vorstellten und unsere Gruppe Crêpe buk, kamen weitere Einnahmen dazu, so dass wir letztendlich 260 € überweisen konnten. Unser erster Gedanke war, das Geld an UNICEF zu spenden. Doch als wir von unseren Lehrern von Ihrer Organisation erfuhren, entschieden wir uns um, da wir Ihnen mehr Vertrauen schenken.

Mit herzlichen Grüßen Ainoa, Anna, Laura, Khaya und Emily aus der Montessori Schule Biberkor